Glückwunsch an Spanien - ein absolut verdienter Europameister und zugleich Titelverteidiger.
Auch wenn es für immer und allezeit eine Hypothese bleiben wird: gegen diese Spanier wären auch die Löw-Schützlinge chancenlos gewesen.
Das war gestern Abend, wie desöfteren von Bela Rethy kommentiert, Fußball von einem anderen Stern.
Hab' mir nach Ende des Finalspiels auch noch M. Lanz' Fußballrunde mit den Gästen A. Kaiser, G. Rubenbauer, R. Töpperwien, H-P. Briegel, Bodo Illgner (dass ich den nochmal sympathisch finde, während meines irdischen Daseins

) und Giovanni Zarrella reingezogen und stelle fest: viele Aussagen der eben genannten Personen decken sich mit meiner Meinung und meinen Überlegungen.
In den DFB-Kader dürfen weiterhin gerne junge und gute Spieler bestellt werden. ABER: wenn's denn so ist, dass von den jungen Spielern keiner in die Rolle des "bad guy" schlüpfen möchte, dann liegt m.E. eine immens wichtige Aufgabe von J. Löw darin, zukünftig mind. zwei, drei Spieler ins Aufgebot zu berufen, die auch mal Tacheles reden, wenn es denn angebracht ist.
Irgendwann werden Aussagen wie z.B. "wir waren die bessere Mannschaft und hätten eigentlich gewinnen müssen" langweilig und lösen eher einen Würgereiz als Mitgefühl aus.
Selbstverständlich kann man(n) die Hauptursache der jüngsten Halbfinal-Niederlage gegen Italien in der falschen Mannschaftsaufstellung sehen. Dennoch gilt dabei anzumerken, dass auch eine DFB-Elf mit optimaler Aufstellung jederzeit der Gefahr ausgesetzt ist, während eines Halbfinalspiels mit 0:1 in Rückstand zu geraten. Ein 0:1-Rückstand ist immer schlecht und äußerst unangenehm, jedoch gfs. "reparierbar", sofern
1.) noch ausreichend Zeit dafür vorhanden ist
2.) das eingesetzte Personal
im Kollektiv fähig und gewillt ist, den Rückstand zu kompensieren.
Da Punkt 2.) leider während der 2. Halbzeit gegen Italien nicht bzw. unzureichend der Fall war, habe ich den Italienern den Sieg gegönnt. Sie waren am vergangenen Do. definitiv die bessere Mannschaft.
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Was sich m.E. ändern muss, damit Deutschland auch mal wieder ein Turnier gewinnen kann:
1.)
Das Selbstbewusstsein darf gerne beibehalten werden, dafür darf bei manchem Spieler die Überheblichkeit ein Stück weit schwinden.
2.)
Den Spielern, die in den Vereinen "Starstatus" aufweisen, sollte bewusst sein/werden, dass die Nationalmannschaft mehrere Spiele hintereinander nur dann erfolgreich bestreiten kann, wenn im Kollektiv auf hohem Niveau gearbeitet wird. Nur gemeinsam kann eine Mannschaft erfolgreich sein. Italien war zwar sehr viel Pirlo, aber eben nicht nur. Spanien war zwar sehr viel Iniesta, aber ebenso nicht nur.
3.)
Es sollen die Spieler in der Startelf stehen, die im Training auf dem Platz die besten Leistungen zeigen.
J. Löw darf und soll m.E. weiterhin Cheftrainer bleiben.
Von mir aus dürfen auch wieder die 23 Spieler, die den EM 2012-Kader gebildet haben, in den WM 2014-Kader berufen werden (vorausgesetzt, die Quali dafür wird geschafft.

).
ABER: Bitte stets die beste Elf auf den Rasen schicken und die elf Spieler sinnvoll über das komplette Spielfeld hinweg verteilen.
Dann lässt sich bei sehr guter Leistung evtl. und zugleich hoffentlich mal wieder der Traum des EM- oder/und WM-Titels realisieren.