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BeitragVerfasst: Fr, 04.04.14, 14:23 
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HZ hat geschrieben:
IMMER wieder :

Rechts vor links

Bei Fortuna Düsseldorf wird eine linke Fangruppe aus dem Block verbannt – von den eigenen Ultras
Von Florian Osuch

Hätten sich die im folgenden geschilderten Ereignisse nicht in Westdeutschland, genauer in Düsseldorf, zugetragen, sondern in einem ostdeutschen Bundesland, wären sie vermutlich ein Thema für die überregionale Presse gewesen. Noch immer werden Neonazismus, Homophobie und Rassismus im Fußball vor allem mit Clubs aus dem Osten in Verbindung gebracht. Tatsächlich gibt es in Stadien zwischen Ostsee und Erzgebirge ein Problem mit Rechten, doch eben auch zwischen Nordsee und Alpen – nur, daß dortige Vorkommnisse seltener Beachtung finden. Zuletzt häuften sich jedoch entsprechende Meldungen, unter anderem aus Dortmund und Duisburg. In Aachen und Braunschweig kapitulierten antifaschistische Fans vor rechten Gruppierungen.

Jetzt sorgt ausgerechnet Fortuna Düsseldorf für Schlagzeilen, ein Club, der laut dem Fußballmagazin 11Freunde zeitweise als »zweites St. Pauli« gehandelt wurde. Viele Jahre waren dort rechte Vorfälle im Vergleich zu anderen großen Clubs sehr selten. Doch schon seit langem schwelt ein Konflikt innerhalb der Fanszene.

Bei der Auswärtspartie am 22. März gegen den FSV Frankfurt eskalierte nun der Konflikt zwischen linken Fans und Hooligans. Angehörige der rechtsoffenen »Bush­whackers« hatten einen Banner der faschistischen Fangruppe »Frente Atletico« vom spanischer Erstligisten Atletico Madrid aufgehängt. Beide Fangruppen sind befreundet. Antifaschistische Fans, die sich unter anderem »Dissidenti Ultra« nennen, fühlten sich von der Flagge gestört. Über Mitglieder des Dachverbands Ultras Düsseldorf suchten sie eine Lösung. Doch aus einer verbalen Auseinandersetzung entwickelte sich eine handfeste Schlägerei, bis die Polizei für Ruhe im Gästeblock sorgte.

Der Verein reagierte konsequent. In einer Stellungnahme hieß es, daß »der erste Akt körperlicher Gewalt klar einem Einzelmitglied der Gruppe ›Bushwhackers‹ zuzuordnen« sei. Gegen zwei Hooligans habe der Verein bereits Hausverbot und in Absprache mit dem FSV Frankfurt ein bundesweites Stadionverbot erlassen. Gleichwohl werde dies auf alle Personen angewendet, denen »bei der Auseinandersetzung in Frankfurt aktive Gewalt« nachgewiesen werden könne.

Nach den Ereignissen in der Mainmetropole wurde dem Verein Video- und Bildmaterial mit Belegen für die faschistische Ausrichtung der »Frente Atletico« vorgelegt. Der Verein erklärte, er könne Banner dieser Gruppierung »im eigenen Fanclub nicht tolerieren«. Das ist nur verständlich, denn bei der »Frente Atletico« handelt es sich nicht etwa um eine Gruppe, die ein paar rechtsorientierte Fans duldet. Vielmehr sind faschistische Symbole, Gesänge und historische Bezüge zum Franco-Regime zentrale Elemente ihrer »Fankultur«. Vor Beginn einer Partie erhebt schon mal die ganze Fankurve den rechten Arm zum Hitlergruß und singt das Lied »Cara al Sol«, die Hymne der faschistischen Falange-Bewegung. Es gibt Banner zur Glorifizierung der »Blauen Division«, jener spanischen Freiwilligentruppe, die auf seiten der Wehrmacht gegen die Sowjetunion kämpfte.

Die Auseinandersetzung in Frankfurt kann als Zäsur innerhalb der Düsseldorfer Fanszene bezeichnet werden, denn obwohl der Dachverband Ultras Düsseldorf (UD) sich klar gegen das Banner der »Frente Atletico« ausspricht, hat sie kurzerhand die linke Gruppe »Ultra Dissidenti« aus dem Fanblock geworfen. Bei UD sei man sich einig, daß es innerhalb der Kurve »keine gemeinsame Zukunft mit der Gruppe ›Dissidenti‹ geben« könne. Zähneknirschend akzeptiert »Dissidenti Ultra« den Rauswurf, betont jedoch: »Wir gehen nicht aus freien Stücken aus dem Block, sondern verlassen ihn, weil wir keine andere Möglichkeit mehr haben.« Mit der Verbannung verliert die Gruppe obendrein die »Freiheiten innerhalb der Stadionordnung für die selbstverwaltete Kurve«, wie der Verein umgehend erklärte.

Es war nur eine Frage der Zeit, wann es in Düsseldorf zu einem Konflikt kommen würde. Bereits im Januar 2013 hatte 11Freunde von einem »Comeback der Gewalt« geschrieben und vor einer »Rückkehr der Hooligans« im Fortuna-Stadion gewarnt.

Die Fanszene hat sich zuletzt mehr und mehr entpolitisiert, auch weil das Milieu mit wachsendem Erfolg der Mannschaft unübersichtlicher wurde. Gleichzeitig kehrten auch Hooligans ins Stadion zurück. 11Freunde hatte bereits vor einem Jahr einen »Rechtsruck im heterogenen Düsseldorfer Hooliganmilieu« beobachtet.


Das ganze scheint ähnlich wie in Aachen zu sein.
Siehe hierzu auch meinen älteren Thread "Aachen Ultras ziehen sich zurück"


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BeitragVerfasst: Fr, 04.04.14, 17:47 
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Ohne der Antifa würden solche Sachen kaum auffallen und dann wird sie auch noch aus dem Stadion verbannt! Verstehe einer unsere Gesellschaft...


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BeitragVerfasst: Mo, 21.04.14, 15:20 
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BeitragVerfasst: Mo, 21.04.14, 15:45 
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Mike a.R. hat geschrieben:


Unfassbar!! Das macht wieder mit einem Schlag alle positiven Erfahrungen mit BeamtInnen zu Nichte!!


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BeitragVerfasst: Mi, 23.04.14, 16:13 
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Du hast SELBST positive Erfahrungen gemacht.
Und nun lässt Du Dich davon beeinflussen, was ANDERE sagen/schreiben.
Schade.

Du wirst wissen, dass ich noch nie für irgendeine Seite aus einem Vorurteil heraus Partei ergriffen habe.
Aber ich sag´s sicherheitshalber nochmal, bevor jemand auf die Idee kommt, ich wär parteiisch:
Ich schlag (he he, wie witzig...) mich nicht auf die Seite des USK. Aber ich warne
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BeitragVerfasst: Mi, 23.04.14, 16:19 
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ich habe auch schon negative erfahrungen gemacht. so ist es nicht!


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BeitragVerfasst: Do, 24.04.14, 14:42 
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Mei Beitrag hat sich halt auf den Deinigen bezogen.

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BeitragVerfasst: Mi, 21.05.14, 10:55 
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http://www.publikative.org/2014/05/20/n ... zfahrzeug/


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BeitragVerfasst: Di, 22.07.14, 16:14 
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http://www.radiobremen.de/sport/fussbal ... le100.html

Das ist meiner Meinung nach ein bedenklicher Schritt- auch in Richtung- später Anmelder von Demos zur Kasse bitten zu können.


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BeitragVerfasst: Sa, 16.08.14, 10:34 
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http://www.mittelbayerische.de/region/n ... fasst.html

Die Würde solcher "Fans" ist antastbar....nein...solche Menschen haben keine Würde! Ich hoffe, es wird ein Exempel statuiert und diese unfassbare Tat wird mit einigen Jahren Gefängnis bestraft.


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BeitragVerfasst: Mo, 18.08.14, 10:28 
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Guten Morgen,
was heißt Exempel statuieren? Für solche Taten muß sich jeder verantworten und kann nicht hoffen das er davon kommt nur weil es im Rahmen eines Fußballspiels passiert ist.

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BeitragVerfasst: Di, 19.08.14, 6:40 
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Moartl hat geschrieben:
Guten Morgen,
was heißt Exempel statuieren? Für solche Taten muß sich jeder verantworten und kann nicht hoffen das er davon kommt nur weil es im Rahmen eines Fußballspiels passiert ist.



Damit meine ich, dass dieser Schwerverbrecher auch wegen versuchten Mord angeklagt wird und nicht wegen gefährlicher Körperverletzung mit einer Bewährungsstrafe davon kommt....und ein lebenslanges Stadionverbot bekommt.


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BeitragVerfasst: Sa, 30.08.14, 13:03 
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Ein -wie ich finde- lesenswerter Beitrag von Florian Osuch- aus dem Antifa Heft Kampf um die Kurve

Gegen Neonazis und Klatschpatten
Das Antifaheft »Kampf um die Kurve«
Von Florian Osuch
Im deutschen Fußball hat die nächste Saison begonnen. Nach wie vor drohen antirassistische Fangruppen aus Stadien verdrängt zu werden. Die Antifazeitschrift Lotta hat dazu das Schwerpunktheft »Kampf um die Kurve« herausgegeben. Ob linke Fans oder rechte Hooligans in den Stadion von Borussia Dortmund, Eintracht Braunschweig, dem MSV Duisburg oder dem Viertligisten Alemannia Aachen die Vorherrschaft übernehmen, ist nach Einschätzung der Redaktion offen.

In den vergangenen Jahren wurden rechte Anhänger zeitweise von erstarkenden Ultras zurückgedrängt. Bei letzteren steht in der Regel die frenetische Unterstützung des eigenen Teams im Vordergrund. Statt Gewaltexzessen kam es zu Überbietungswettbewerben mit immer größeren Bannern, ausgefeilteren Choreographien oder eindrucksvoller Pyrotechnik. Das führte jedoch kaum anders als bei Stadionschlägereien zu Konflikten mit Ordnungshütern und der jeweiligen Vereinsführung. Die repressiven Maßnahmen reichten von Stadionverboten bis zu brutalen Polizeieinsätzen.

Den Klubs gehe es um überteuertes Entertainment, meinten die Ultras nicht von ungefähr, und setzten dieser Entwicklung zunächst recht unbeeindruckt einiges entgegen: Nonkonformität, Selbstorganisation und echte Emotion auf Stehplätzen statt Klatschpatten, die im Sitzen bedient werden. Gegen die rasant fortschreitende Kommerzialisierung bildeten sich Faninitiativen, auch zur Legalisierung von Pyrotechnik. Es gab bundesweit Demonstrationen einstmals verfeindeter Ultras. Vielfach wurden bestehende antirassistische Netzwerke oder Initiativen gegen Homophobie in den Fanalltag integriert. Neonazis und rechte Hooligans zogen sich daraufhin aus der Szene zurück.

Der Wind drehte sich, als die Fußballfunktionäre den Dialog mit Ultra-Vertretern abbrachen. Mancherorts setzte Resignation ein. Vorgeblich unpolitische Fans gewannen die Oberhand. Sie verbaten sich antirassistische Aktivitäten. Bei Alemannia Aachen wurde eine kleine Gruppe linker Fans von rechten Anhängern des Clubs aus der Kurve geprügelt. Beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf eskalierte innerhalb der Fanszene ein Streit wegen eines Banners der rechten Fangruppe »Frente Atletico« aus Madrid. Antifaschisten wurden erst angefeindet, dann ausgeschlossen (siehe jW vom 3.4.2014). Im Lotta-Schwerpunktheft sind ähnliche Ereignisse beim MSV Duisburg dokumentiert. Dort stritt die Vereinsführung den politischen Hintergrund der Auseinandersetzungen unter den Fangruppen ab.

Ausführlich werden im Heft auch Sexismus und Homophobie verhandelt. Die FIFA-Mär vom unpolitischen Ballsport wird in aller Deutlichkeit zurückgewiesen. »Bei der Auseinandersetzung um die Politik in der Kurve geht es um Macht«, schreibt etwa Nicole Selmer. Und es sei eben nicht egal, »wer bestimmen kann, was gesungen wird und welche Spruchbänder geschrieben werden«


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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 8:09 
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Die Pamphlets aus dem autonomen, linksextremen Milieu als ernsthafte Quelle für eine "Analyse" der deutschen Fanszene zu sehen ist schon mehr als skurril oder bedarf alternativ einer großen Portion Humor.


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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 11:33 
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Regensburger im Exil

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Bronsky hat geschrieben:
Die Pamphlets aus dem autonomen, linksextremen Milieu als ernsthafte Quelle für eine "Analyse" der deutschen Fanszene zu sehen ist schon mehr als skurril oder bedarf alternativ einer großen Portion Humor.


definiere: linksextrem


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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 11:40 
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@Iarwain
Ich denke du meinst wieso er den Verfasser des Artikels bzw. die Redaktion dieser Zeitschrift als linksextrem einstuft, oder?

Eine allgemeine Definition von Linksextremismus findet sich ja leicht. -> Wikipedia

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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 11:46 
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Iarwain hat geschrieben:
Bronsky hat geschrieben:
Die Pamphlets aus dem autonomen, linksextremen Milieu als ernsthafte Quelle für eine "Analyse" der deutschen Fanszene zu sehen ist schon mehr als skurril oder bedarf alternativ einer großen Portion Humor.


definiere: linksextrem


Wozu? Bestehen da bei dir Wissenslücken?


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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 12:18 
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Regensburger im Exil

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Bronsky hat geschrieben:
Iarwain hat geschrieben:
Bronsky hat geschrieben:
Die Pamphlets aus dem autonomen, linksextremen Milieu als ernsthafte Quelle für eine "Analyse" der deutschen Fanszene zu sehen ist schon mehr als skurril oder bedarf alternativ einer großen Portion Humor.


definiere: linksextrem


Wozu? Bestehen da bei dir Wissenslücken?


Zuerst einmal möchte ich gerne wissen, warum er die Verfasser als linksextrem einordnet und dann möchte ich ganz konkret wissen, was Bronksy SELBST als linksextrem einordnet. Ich will keine widergekaute, bürgerliche (Wikipedia)definition.


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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 13:10 
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Iarwain, sollte dir die (bürgerliche) Definition auf Wikipedia nicht gefallen kannst du jederzeit an der Verbesserung dieses Artikels mitarbeiten.

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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 13:14 
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Regensburger im Exil

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Moartl hat geschrieben:
Iarwain, sollte dir die (bürgerliche) Definition auf Wikipedia nicht gefallen kannst du jederzeit an der Verbesserung dieses Artikels mitarbeiten.


:confused:

Können Menschen heute nur noch über Wikipedia definieren? Ich möchte von Bronksy einfach gern wissen, was er persönlich unter linksextrem versteht.


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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 13:31 
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Naja gut, welche Definition dir persönlich gefällt oder zusagt ist mir gelinde gesagt relativ gleichgültig.
In weiten Teilen der selbsternannten "Antifa"s wird mehr oder minder offen Gewalt, mitunter auch Vandalismus und Sachbeschädigungen als legitim im Kampf gegen den politischen Gegner und zur Durchsetzung der eigenen Ziele angesehen. Das Gewaltmonopol des Staates wird nicht akzeptiert und rechtstaatliche Prinzipien unserer freiheitlichen Grundordnung abgelehnt. Das halte ich nicht nur für inakzeptabel sondern gefährlich und "extrem". Dazu brauche ich kein Wikipedia sondern eher den gesunden Menschenverstand.
Der angebliche Zweck heiligt eben nicht die zum Teil kriminellen Mittel, unabhängig davon welches wohlklingende Mäntelchen sich die Verfechter zulegen. Zwischen "Deutschland hassen"/"Deutschland abschaffen"-Parolen, der Lust auf subkulturelle Action und einem teils erschreckend offenen Bekenntnis zum Kommunismus und "revolutionären Sozialismus" etc. ist ein gefährliches Milieu entstanden deren Feindbild längst nicht mehr nur die von ihnen selbst definierten "Nazis" oder tatsächliche Rechtsextremisten sind, sondern oftmals auch staatliche Einrichtungen, die Polizei und Bundeswehr (...als Vertreter eines per se als "faschistisch" diffamierten Systems..) und schlichtweg die bürgerliche Gesellschaft die nicht mit ihnen im ideologischen Gleichschritt marschieren möchte.
Dass du mit diesen Strömungen scheinbar sympathisierst, hast du Iarwain ja immer wieder mal relativ unverblümt angedeutet, von daher richten sich meine Zeilen eher an die Mitleserschaft die sich gern zu diesem Thema eine eigene Meinung bilden möchte.
Da kannst du relativieren wie du möchtest - weite Teile der militanten und gewaltbereiten linken Szene rekrutieren sich aus Gruppen/Verbänden/"Zellen" (oder wie auch immer sie sich schimpfen) die sich dem "Antifa"-Netzwerk zugehörig fühlen. Darum empfinde ich Publikationen aus deren Kreisen nicht als akzeptabel und erst recht nicht objektiv und kann nur angewidert den Kopf schütteln wenn uns die autonomen "Antifaschisten" als die löblichen und couragierten Musterdemokraten präsentiert werden.


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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 14:08 
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Regensburger im Exil

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Na, das ist doch das, was ich beantwortet haben wollte. Danke!

Ich will nur kurz auf ein paar Sachen eingehen.

Das Gewaltmonopol des Staates muss hinterfragt und angegriffen werden, wenn dieser nur noch die Interessen einer elitären Wirtschaftskaste vertritt und dabei ohne Probleme nationalsozialistisch-faschistische Strömung über den Verfassungsschutz finanziert. Das empfinde ich als inakzeptabel und extrem.

Deutschland als kapitalistischer Staat, mit kriegstreiberischer Vergangenheit ist mit das größte Problem in der derzeitigen Krisenkonstellation. Waffengeschäfte und -lieferungen, unverhohlene Kriegsdrohungen durch den deutschen Bundespräsidenten, Wirtschaftskriege und -embargos, Monopolisierung ganzer Wirtschaftsformen, Ausbeutung von Ressourcen natürlicher sowie menschlicher Art, Schutz der Banken und Konzerne, Einführung von Freihandelszonen ohne Kontrolle der auf Profitmaximierung fixierten Konzerne...die Liste ließe sich fortführen. Aus diesem Grund gibt es die "Deutschland abschaffen"-Parolen.

Was ist für dich am Kommunismus erschreckend? Hast du dich jenseits der neo-liberalen Parolen einmal ernsthaft mit dem wissenschaftlichen Sozialismus auseinander gesetzt? Hast du Marx oder Lenin gelesen? Trotzky? Oder doch eher Bild, Focus und Spiegel?

Die bürgerliche Gesellschaft ist eine Gesellschaft der Ausbeutung. Unser Bürgertum ruht auf den Rücken von Millionen von Arbeiter*Innen im In- und im Ausland. Bist du auf der falschen Seite geboren, hast du keine Chance, deinem Schicksal zu entfliehen. Um dieses Verhältnis von Reichtum und Armut aufrecht zu erhalten, wird die kapitalistisch-bürgerliche Demokratie als das Ende der Fahnenstange angepriesen.

Wie man sich damit auseinander setzt, ist jedem selbst überlassen. Bloß tu nicht so, als ob unser "Rechtsstaat" und unsere "Demokratie" das sind, wofür sie sich ausgeben...


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BeitragVerfasst: Mi, 03.09.14, 14:18 
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Iarwain hat geschrieben:
Können Menschen heute nur noch über Wikipedia definieren? Ich möchte von Bronksy einfach gern wissen, was er persönlich unter linksextrem versteht.

Nein, das meinte ich doch nicht. Klar kann er das selber definieren.

Ich meinte damit nur das Wikipedia dir jederzeit die Möglichkeit bietet an einer solchen Definition mitzuarbeiten und diese richtig zu stellen!
Iarwain hat geschrieben:
...Deutschland als kapitalistischer Staat, mit kriegstreiberischer Vergangenheit ist mit das größte Problem in der derzeitigen Krisenkonstellation...

Puh, das ist ja mal eine Aussage. Welche Krisenkonstellation meinst du damit?

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BeitragVerfasst: Do, 04.09.14, 14:14 
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Antifaschismus ist linksextrem??
Das ist schon eine extreme Ansicht!
Die Nazis müssen bekämpft werde wo immer sie auch auftauchen.

Leider relativieren manche User hier mit ihren Beiträgen diesen Standpunkt.
Schämt Euch!


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BeitragVerfasst: Do, 04.09.14, 20:21 
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Ich habe jetzt die letzten Beiträge hier 2x durchgelesen. Aber ich finde keine Relativierung oder Beschönigung von
"Nazis müssen bekämpft werden, wo immer sie auch auftauchen"

Wenn hier schon eine tiefergründige Diskussion geführt werden soll, dann nenn´ bitte Ross und Reiter!

Und bevor hier irgendein Hirni auf irgendwelche Ideen kommt:
Ich mag keine Nazis
Ich mag keine Linksextremen
.

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