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BeitragVerfasst: Sa, 04.02.12, 18:46 
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Ja, war mal anwesend.

Und was hat das mit meinen Fragen zu tun, die du immer noch nicht besntwortet hast?

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BeitragVerfasst: Di, 07.02.12, 12:57 
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Gut, du willst nicht. Mir hätte ja ne einfache Antwort genügt, wie z.B.:

1. Ja, ich stehe zu meiner Aussage und bin somit keinen Deut besser, sondern habe nur eine andere Farbe.

2. Ich bin gegen politisch motivierte Gewalt, habe meinen Post nur falsch formuliert und es tut mir Leid, daß so augedrückt zu haben.

Schon wäre das Thema gegessen gewesen.

Somit bin ich raus, da meine Meinung durch dein rumgedruckse eh feststeht.

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BeitragVerfasst: Mo, 05.03.12, 15:59 
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ich bin grad zufällig darauf gestoßen...Wahnsinn!

Bundesliga-Terror!
Köln-Hooligans drängen Fanbus von Autobahn ab
Gladbach-Fans waren auf dem Rückweg aus Nürnberg
05.03.2012 — 13:44 Uhr
Es ist eine neue Stufe der Gewalt!
Widerliche Szenen am Ende des Bundesliga-Sonntags: Köln-Hooligans drängen mit Autos einen Gladbacher Fanbus von der Autobahn, bewerfen ihn danach mit Pflastersteinen!
Fan-Terror im Anschluss an die Auswärtsspiele der beiden Klubs: Gladbach hatte am Nachmittag in Nürnberg verloren (0:1), Köln in Hoffenheim gepunktet (1:1).
Das Protokoll des unglaublichen Angriffs: Gegen 23.25 Uhr geht die Meldung bei der Polizei ein.
Der Hergang: Der Gladbacher Fanbus macht auf der Heimfahrt einen Stopp bei einer McDonalds-Filiale in Montabaur an der A3.
FC-Hooligans, die in Privatautos von der Auswärtsfahrt in Hoffenheim kommen, werden auf die Gruppe aufmerksam. Etwa acht Autos lassen sich zurückfallen, verfolgen den Bus etwa 70 Kilometer auf der A3 Richtung Bonn.
Kurz vor der Autobahn-Raststätte Siegburg-Ost dann das Unfassbare: Die Wagen bremsen den Bus in einem lebensgefährlichen Manöver aus, zwingen ihn zur Abfahrt auf die Raststätte. Die vermummten Täter steigen aus, bewerfen den Bus mit Pflastersteinen.
Der Busfahrer reagiert geistesgegenwärtig, drückt aufs Gas. Den Gladbach-Fans gelingt die Flucht. Sachschaden am Bus: 25 000 Euro.
Die Polizei bestätigt den schrecklichen Überfall. Lutz Flassnöcker (Sprecher der Kölner Polizei): „Es ist zu massiven Übergriffen gekommen. Wir haben einen Kleinbus mit Kölner Fans gestoppt und die Personalien festgestellt. Jetzt ermitteln wir unter anderem wegen Sachbeschädigung, Landfriedensbruch, Nötigung.“
Einige FC-Fans hatten um das Stadion in Sinsheim randaliert: Bei einer Schlägerei wurde ein Hoffenheim-Fan verletzt, wie der dortige Polizeisprecher Norbert Schätzle erklärte. Zwei Tatverdächtige seien Kölner Fans. Während des Spiels hatten Köln-Fans nach dem 1:1-Ausgleich durch Lukas Podolski (81.) gefährlich mit Bengalos gezündelt.


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BeitragVerfasst: Mo, 05.03.12, 19:14 
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Gust79 hat geschrieben:
ich bin grad zufällig darauf gestoßen...Wahnsinn!

Bundesliga-Terror!
Köln-Hooligans drängen Fanbus von Autobahn ab
Gladbach-Fans waren auf dem Rückweg aus Nürnberg
05.03.2012 — 13:44 Uhr
Es ist eine neue Stufe der Gewalt!
Widerliche Szenen am Ende des Bundesliga-Sonntags: Köln-Hooligans drängen mit Autos einen Gladbacher Fanbus von der Autobahn, bewerfen ihn danach mit Pflastersteinen!
Fan-Terror im Anschluss an die Auswärtsspiele der beiden Klubs: Gladbach hatte am Nachmittag in Nürnberg verloren (0:1), Köln in Hoffenheim gepunktet (1:1).
Das Protokoll des unglaublichen Angriffs: Gegen 23.25 Uhr geht die Meldung bei der Polizei ein.
Der Hergang: Der Gladbacher Fanbus macht auf der Heimfahrt einen Stopp bei einer McDonalds-Filiale in Montabaur an der A3.
FC-Hooligans, die in Privatautos von der Auswärtsfahrt in Hoffenheim kommen, werden auf die Gruppe aufmerksam. Etwa acht Autos lassen sich zurückfallen, verfolgen den Bus etwa 70 Kilometer auf der A3 Richtung Bonn.
Kurz vor der Autobahn-Raststätte Siegburg-Ost dann das Unfassbare: Die Wagen bremsen den Bus in einem lebensgefährlichen Manöver aus, zwingen ihn zur Abfahrt auf die Raststätte. Die vermummten Täter steigen aus, bewerfen den Bus mit Pflastersteinen.
Der Busfahrer reagiert geistesgegenwärtig, drückt aufs Gas. Den Gladbach-Fans gelingt die Flucht. Sachschaden am Bus: 25 000 Euro.
Die Polizei bestätigt den schrecklichen Überfall. Lutz Flassnöcker (Sprecher der Kölner Polizei): „Es ist zu massiven Übergriffen gekommen. Wir haben einen Kleinbus mit Kölner Fans gestoppt und die Personalien festgestellt. Jetzt ermitteln wir unter anderem wegen Sachbeschädigung, Landfriedensbruch, Nötigung.“
Einige FC-Fans hatten um das Stadion in Sinsheim randaliert: Bei einer Schlägerei wurde ein Hoffenheim-Fan verletzt, wie der dortige Polizeisprecher Norbert Schätzle erklärte. Zwei Tatverdächtige seien Kölner Fans. Während des Spiels hatten Köln-Fans nach dem 1:1-Ausgleich durch Lukas Podolski (81.) gefährlich mit Bengalos gezündelt.


Ich finde diese Vermischung solcher Schlagzeilen mit dem eigentlichen Threadthema etwas unglücklich. Dadurch entsteht immer der Eindruck, dass Polizeigewalt/Übergriffe durch Polizei durch solche - mit Sicherheit zu verurteilenden - Vorwürfe gerechtfertigt würde.


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BeitragVerfasst: Di, 06.03.12, 8:39 
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In dieser Berichterstattung spiegeln sich relativ gut die Sichtweise und die daran knüpfenden Zusammenhänge der breiten Öffentlichkeit wider, denke ich: eine bestimmte Art von Fans wird verbunden mit Randale = Schlägerei = Bengalos = nun sogar Terrorakt

Deshalb wird man diese Art von Fans über kurz oder lang aus den Stadien haben wollen. Im schlimmsten Fall sogar Gruppen, die nur durch einen dieser Punkte z.B. Bengalo "auffällig" geworden sind.


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BeitragVerfasst: Di, 06.03.12, 13:03 
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Gust79 hat geschrieben:
In dieser Berichterstattung spiegeln sich relativ gut die Sichtweise und die daran knüpfenden Zusammenhänge der breiten Öffentlichkeit wider, denke ich: eine bestimmte Art von Fans wird verbunden mit Randale = Schlägerei = Bengalos = nun sogar Terrorakt

Deshalb wird man diese Art von Fans über kurz oder lang aus den Stadien haben wollen. Im schlimmsten Fall sogar Gruppen, die nur durch einen dieser Punkte z.B. Bengalo "auffällig" geworden sind.


Ja und genau das ist das Problem. Weil es nämlich ein massiver Unterschied ist, ob ich in einer mir bekannten Gruppe von Leuten einen Bengalo zünde oder ob ich auf jemanden Pflastersteine werfe. Das eine ist eine Ordnungswidrigkeit, das andere ein Verbrechen. Das wäre, wie wenn man einen Falschparker in einen Topf wirft mit jemandem, der von einer Autobahnbrücke Steine auf den Verkehr wirft.


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BeitragVerfasst: Di, 06.03.12, 13:31 
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Das sehe ich genauso, nur das Problem ist, dass die allgemeine und vor allem "nicht Fanszene affine" Öffentlichkeit beide Aktivitäten "Ordnungswidrigkeit" und "Straftat" der gleichen Gruppe zuschreibt.


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BeitragVerfasst: Mi, 07.03.12, 13:10 
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Gust79 hat geschrieben:
Das sehe ich genauso, nur das Problem ist, dass die allgemeine und vor allem "nicht Fanszene affine" Öffentlichkeit beide Aktivitäten "Ordnungswidrigkeit" und "Straftat" der gleichen Gruppe zuschreibt.


Ja, das Problem ist allgemein die totale Vermischung von Themen. Hier in diesem Thread ging es ursprünglich mal um die Problematik, dass die Rechte von Fans rund um ein Fußballspiel oftmals mit Füßen getreten werden.

Leider war der Argumentationsstrang von vielen hier, irgendwelche Gesetzesübertretungen und Fehltritte von Fußballfans damit aufzuwiegen, das ist für mich schade.

Für mich hat dieser Vorfall zwischen Köln und Mönchengladbach, der - sollte er sich so zugetragen haben - deutlich und ohne Wenn und Aber zu verurteilen ist, 0,0 mit der Frage nach Rechten und Menschenwürde von Fußballfans zu tun, um die es in diesem Thread ursprünglich mal ging. Das ist, was ich ursprünglich sagen wollte ;-)

Ich finde diesen Brei, der da momentan gerührt wird, äußerst unglücklich, weil er oftmals komplett am Thema vorbeigeht und immer mehr Institutionen mitschmatzen.


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 Betreff des Beitrags: Verwässerung
BeitragVerfasst: Do, 08.03.12, 13:22 
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Jan´ni-genau. Um das gehts.
Es geht darum, dass wir Fans von der Polizei immer wieder wie Schwerverbrecher behandelt werden. Und auch solche Fans, die nichts, aber auch gar nichts "getan" haben, solche, die einfach nur dabei sind, ihr Trikot tragen, in den Block wollen.
Und da macht es keinen Sinn immer die Wehwechchen der Polizei zu posten.
Über den Umgang mit Fussballfans und Demonstranten durch die Stattsgewalt (die oft auch mit Sondereinheiten anrückt) werden bürgerliche Rechte vergessen und schrittweise abgebaut.
Das ist der Grundzusammenhang und alles andere ist, wie Du schreibst, Brei oder auch Verwässerung des Sachverhalts um den wir hier diskutieren sollten.
Es geht um unsere Rechte und unsere Unversehrtheit im Umfeld von Fussballspielen.


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BeitragVerfasst: Do, 08.03.12, 21:05 
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Spannender Beitrag zu diesem Thema:

http://www.wdr.de/tv/sport_inside/sendu ... _video.jsp


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BeitragVerfasst: Do, 08.03.12, 22:47 
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nufan-Klasse Bericht!
Hier wird deutlich um was es geht. Danke fürs Posten!


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BeitragVerfasst: Mo, 12.03.12, 16:59 
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traurig für alles Fans ist vor allem der Ausspruch "Wasser auf die Mühlen von Politik und Polizei". Wieder das gleiche Thema, der "mehr als nur Erlebnisfan" (Ultra) im Stadion rückt in der Öffentlichkeit immer mehr in ein kriminelles Licht... Die Öffentlichkeit kann einfach nicht unterscheiden.
http://www.mittelbayerische.de/sport/sp ... t_pol.html


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BeitragVerfasst: Mo, 12.03.12, 18:43 
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Zu dem Bericht mit dem Clubberer:
Wenn das genau so war, wie´s der Betroffene geschildert hat, dann war der Polizeieinsatz gegen ihn rechtswidrig. Bzgl. dessen darf es dann keine 2 Meinungen geben.

Nur bin ich im Allgemeinen immer vorsichtig mit Schlüssen, wenn ich nur eine einzige subjektive Aussage habe.

Gust79 hat geschrieben:
Die Öffentlichkeit kann einfach nicht unterscheiden.


Dein Zitat, Gust, ist interessant! Es trifft wahrscheinlich auch auf nem Großteil der Öffentlichkeit zu. Aber nun schau Dir mal die "andere Seite" an. Hier kursieren mit besonderer Beliebtheit Sprüche wie "ACAB" oder "Gegen alle Stadionverbote". Es wird nicht skandiert "SCAB" (Some Cops.....) oder "Gegen unberechtigte Stadionverbote" (OK, das singt sich etwas schlecht).
Denn es gibt etliche gute Polizisten und einige Stadionverbote sind mehr als berechtigt.
Also ist doch deutlich zu sehen, dass das "alle in einen Topf werfen" von beiden Seiten betrieben wird. Leider.

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(I.A.A.F.C.B.I.A.N.B.A.A.)


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Da hast Du absolut recht, auf der anderen Seite passiert im Prinzip genau das Gleiche!
Es ist aber eine traurige Tendenz erkennbar, Fanausschlüsse häufen sich immer mehr (Dresden-Ingolstadt, St. Pauli- Rostock, oder jetzt in Frankfurt), auf der anderen Seite nehmen gewalttätige und kriminelle Übergriffe der "Fans" immer mehr zu.
Ich denke, es wird irgendwann darauf hinaus laufen, dass nur noch "Eventfans" im Stadion zugelassen sein werden, die aus Spass am Spektakel ein Fußballspiel besuchen, sich anständig benehmen undviele Euros im Stadion lassen, am besten gleich einen neuen Handyvertrag im Stadion abschließen.
Stimmung kommt dann nur auf, wenn der Stadionsprecher mal eine La Ola insziniert :-)


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http://www.spiegel.de/sport/fussball/br ... -box-pager


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Regensburger im Exil

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BeitragVerfasst: Mi, 18.12.13, 23:21 
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BeitragVerfasst: Fr, 20.12.13, 15:09 
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Vor den Latz geknallt
Celtic Glasgow bestraft seine Ultras, weil sie zu links sind
Von Gerrit Hoekman
Sein Konterfei will die UEFA nicht im Stadion dulden: Bobby Sands, Märtyrer der IRA (1954-1981)


In Irland ist Bobby Sands ein Nationalheld, jeder kennt sein Gesicht. Abseits der Insel dürften sich aber nur noch wenige an das Konterfei des irischen Freiheitskämpfers mit den langen Haaren erinnern, der sich 1981 gemeinsam mit neun Genossen in einem Gefängnis in Nordirland zu Tode hungerte. Die UEFA verhalf dem beinahe vergessenen Bobby Sands vor gut einer Woche mit einem bemerkenswerten Urteil zur neuer Bekanntheit.

Der Verband verdonnerte nämlich Celtic Glasgow zu 50000 Euro Strafe, weil die Ultras des schottischen Meisters während der Europapokal-Partie gegen AC Mailand Ende November in ihrem Block ein großes Transparent gezeigt hatten, auf dem das Abbild des IRA-Mannes zu sehen war. Gleich neben dem schottischen Freiheitshelden William Wallace, der bei uns vor allem durch den Kinofilm »Braveheart« bekannt geworden ist. »Terrorist oder Träumer, Bestie oder Held? Hängt immer davon ab, auf wessen Stimme du scharf bist«, war auf Bannern zu lesen, die quer über die Heimkurve im Celtic-Park hochgehalten wurden.

Hinter der Choreographie steckte die »Green Brigade«, eine sich als antirassistisch und antifaschistisch verstehende Ultra-Gruppe. Immer wieder macht die linke Fangruppe mit solchen Aktionen im Stadion auf sich aufmerksam. Ob es sich um die Solidarität mit hungerstreikenden palästinensischen Gefangenen in Israel handelt oder um die kriegstreiberischen Auslandseinsätze der Briten – die Green Brigade nutzt das Stadion gerne als politische Bühne für drastische Botschaften. »Irland, Irak, Afghanistan – Eure Taten würden alle Teufel in der Hölle beschämen«, prangte schon vor drei Jahren beim Ligaspiel gegen Aberdeen von der Stadiontribüne.

Die Ultras geraten damit regelmäßig in Konflikt mit der UEFA, die solche Meinungsäußerungen im Stadion verboten und Celtic deshalb bereits mehrfach drastische Strafen vor den Latz geknallt hat. Jeder Verein dürfe seine Traditionen hochhalten, argumentiert hingegen die Grüne Brigade. Irlands Geschichte gehöre nun einmal untrennbar zu Celtic Glasgow, und Bobby Sands sei eben ein irischer Freiheitsheld, dessen Andenken man hochhalten müsse. Doch für die UEFA ist er ein Verbrecher.

Dazu muß man wissen, daß Celtic Glasgow der Verein der irischen Einwanderer ist, nicht ohne Grund sind die Vereinsfarben Grün-Weiß. 1887 gegründet von Andrew Kerins, besser bekannt als als Bruder Walfrid, einem Lehrer und Maristen-Mönch, um mit den Einnahmen die bittere Armut zu lindern, die im Glasgower East End in den Elendsquartieren der irischen Industriearbeiter herrschte. Verein und Fans fühlen sich dieser Tradition bis heute verpflichtet.

Doch während die Klubführung dabei vor allem irische Folklore im Sinn hat, verstehen viele Celtic-Fans dieses Erbe auch politisch. Dazu gehören die Forderung nach einem Abzug der Briten aus Nordirland und eine besondere Affinität zur Geschichte der IRA. Gerne singen die Ultras während der Spiele »Roll of Honour«, ein Lied, das die zehn gestorbenen Hungerstreikenden von 1981 preist: »Wir müssen vereint sein in der Erinnerung. England du bist ein Monster, aber glaube nicht, daß du gewonnen hast. Irland wird niemals besiegt werden, solange es solche Söhne hat!«

Der Vorstand von Celtic Glasgow hat die Grüne Brigade deshalb schon mehrfach abgemahnt. Nun greifen die Funktionäre hart durch. 250 Dauerkartenbesitzer, die ihren Platz bislang in der »Sektion 111« hatten, wo die Grüne Brigade sitzt, werden nun auf andere Tribünen verteilt. Wahlweise können sie auch ihre Karten zurückgeben und bekommen das Restgeld zurück. 128 Zuschauer trifft es noch härter: Sie erhalten ein komplettes Stadionverbot, auch für die Auswärtsspiele.

Der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte, waren die Ausschreitungen von Celtic-Fans am 9. Dezember bei der Partie in Motherwell. Sie demolierten Sitze und richteten einen Schaden von 10000 britischen Pfund an. »Wir werden nicht zulassen, daß der große Name von Celtic auf diese Art beschädigt wird«, teilte der Klub mit. Die Grüne Brigade beteuert auf ihrer Homepage, daß ihre Mitglieder nicht für die Zerstörung verantwortlich waren: »Weder heißen wir das Zerstören von Sitzplätzen gut, noch begrüßen wir es, wenn Pyrotechnik durchs Stadion fliegt.« Die Brigade übernimmt trotzdem die Verantwortung für die Randale in ihrem Block, die sie nicht verhindert hat.

In nächster Zukunft kümmern sich die grünen Ultras erst einmal um die Politik im kleinen. Vor dem letzten Spiel vor Weihnachten wollen die Brigadisten Nahrung sammeln für die Armen im East End, die auch heute dort noch leben. Tee, Kaffee, Milch, Zucker oder Kartoffelpüree aus der Schachtel – die Celtic-Fans sollen alles an Eßbarem mitbringen, was sie übrig haben. Ganz im Sinne des Vereinsvaters Bruder Walfrid. »Ein Fußballclub wird gegründet, damit die Mittagstische für Kinder und Arbeitslose bestehen bleiben können«, sagte er vor 126 Jahren.


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BeitragVerfasst: Di, 18.02.14, 22:34 
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Regensburger im Exil

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Stellungnahme von Blaue Hilfe München zu den Ereignissen nach dem Ingolstadt-Spiel der Münchner Löwen:

Hier kommen die wahren Begebenheiten der Zugfahrt von Ingolstadt nach München:

Wir wollen hiermit zu den brutalen und unnötigen Übergriffen der Bundespolizei auf uns, Fans des TSV 1860 München Stellung nehmen:

Nach dem Spiel der Löwen gegen Ingolstadt erreichten gut 600-700 Fans und fröhliche Shopper die in Ingolstadt Village waren, den ersten der sogenannten Entlastungzüge zurück nach München. Am Bahnsteig des Ingolstädter Bahnhofs war die Stimmung entspannt, natürlich gab es Emotionen über das verlorene Spiel und es wurde auch das eine oder andere Bier auf die Löwen getrunken – von Aggressivität war nichts zu spüren! Der Zug war gut gefüllt und es fuhren auch Beamte der Bundespolizei mit, die in voller Kampfmontur wenig freundlich und im Gegensatz zu uns überaus aggressiv wirkten.

Eine angebliche, verbotenerweise, gerauchte Zigarette reichte den Bundespolizisten aus vollkommen auszurasten! Vermummt, behelmt und vollkommen außer Kontrolle geraten wurde auf alles eingeprügelt was nicht schnell genug zur Seite kam. Es wurden vielen Fans (weiblich und männlich) aus kürzester Distanz große Ladungen Pfeffersprays in’s Gesicht gesprüht!

Beim Einsatz mittels Pfefferspray kann Capsaicin bleibende Schädigungen der Hornhaut jedenfalls dann verursachen, wenn der Abschuss aus kurzer Distanz und mit einer hohen Austreibungswucht vorgenommen wird! Die körperlichen Reaktionen sind dazu geeignet, getroffene Personen zusätzlich psychisch zu beeinflussen, sodass auch eine Verstärkung des aggressiven Verhaltens oder eine panikartige furchtsame Reaktion folgt. (Quelle: Wikipedia, Wissenschaftliche Dienste des deutschen Bundestages)

Da die Beamten in diesem Moment nicht angegriffen wurden kann man hier kaum von einer Notwehrsituation sprechen – es wurde keine/m in irgendeiner Form Hilfe geleistet, was den Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfüllt (§ 323c StGB).

Der Zug fuhr kurz darauf in Petershausen ein und blieb stehen. Alle Türen wurden verriegelt, so dass es keine Möglichkeit gab dem Pfefferspray zu entrinnen. Wir saßen quasi in der Falle – die Toiletten waren teilweise verschlossen und den Opfern des Pfefferspray Angriffs wurde von den Anwesenden mit den letzten Resten Wassers oder auch Bier zum abtupfen des Gesichts geholfen – weder von den Beamten noch den Zugbegleitern kam irgendeiner zur Hilfe!

Den Leuten, die körperliche Beschwerden durch den ätzenden Geruch bekamen wurde ein kurzer Ausstieg an die frische Luft verweigert! Die Frage nach einem WC wurde von den Beamten O-Ton „ da müssen sie ihre Bedürfnisse eben einschränken“ beantwortet. Dieses Verhalten ist unmenschlich und nicht hinnehmbar!

Die Gefährlichkeit eines Pfefferspray/Reizgas Einsatzes sind der Bundespolizei ja sehr wohl bekannt, wurde doch am 16.02.14 die S-8 in München evakuiert und die Züge offen, damit sie „auslüften“ zum Ostbahnhof gebracht. 20 Fahrgäste klagten über Atembeschwerden.
http://www.tz.de/muenchen/stadt/ludwigs ... 68272.html (Link siehe unten)!!!!!

Die Frage die sich stellt - sind wir Fußball Fans Menschen zweiter Klasse? – in unserem Zug klagten nicht nur 20 Fahrgäste über Atembeschwerden und viele waren ernsthaft verletzt.
Als der Zug dann nach gut 2 Stunden endlich nach München weiterfuhr erwartete uns die nächste Überraschung. Da der Zug zum Starnberger Flügelbahnhof umgeleitet wurde (was ja an sich kein Problem war) fühlte man sich beim verlassen des Zuges in eine Szene aus Schindler’s Liste versetzt. Das gesamte Areal war umstellt (hier vereinigten sich die Bundespolizei, Landespolizei und Bundesbahn Security), Hunde ohne Maulkorb kläfften kleine Kinder an und wir wurden zusammen getrieben wie eine Horde Vieh! Alle wollten nur noch raus, frische Luft, etwas zu trinken und nach Hause! Wir waren eingekesselt, daraufhin wurde eine Polizeikette durchbrochen, da man keinen informierte was das soll! Das darauffolgende ist schwer in Worte zu fassen. Man sah wild um sich schlagende Polizisten, blutende Männer und Frauen hörte panische Schreie und wieder der Einsatz von Pfefferspray. Eine stark blutende Frau wurde von ihren Freunden vorbei getragen, ihr wurde jegliche ärztliche Hilfe verweigert! Wieder einmal! Vielleicht war es Zufall oder dem Befehlsgeber wurde seine, eigentlich deeskalierende Aufgabe, bewusst? Bevor die Situation vollends eskalierte wurden die schmalen Türen der alten Schalterhalle geöffnet. Dass bei dem anschließenden Gedränge keine Panik ausbrach und es keine Schwerverletzten gab grenzt schon fast an ein Wunder.

Die Berichterstattung durch die Polizei ist unrichtig und dient ausschließlich zur Vertuschung ihrer brutalen Übergriffe. Wenn ein Herr Hauner (erfolgloser Anwärter auf den Präsidentenposten beim TSV 1860, der von den Fans stets abgelehnt wurde – ein Schelm, wer jetzt etwas schlechtes denkt :-)) von „mit Abstand der heftigste Vorfall“ spricht kann ich ihm nur zustimmen! Diese Brutalität und menschenverachtende Behandlung sucht ihresgleichen!

Wir fordern die Verantwortlichen der Polizei hiermit auf diese Übergriffe durch ihre Beamten lückenlos aufzuklären!

Wir, die Blaue Hilfe werden über unsere Anwälte Strafanzeige stellen. Es liegen uns genug Augenzeugenberichte und Videos vor um unsere Behauptungen zu untermauern!

Fußball Fans sind KEINE Verbrecher! Schluss mit den Übergriffen vermummter Prügelpolizisten – KENNZEICHNUNGSPFLICHT JETZT!

Blaue Hilfe München
Petra
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Hier noch ein Tip zu dem Thema
Meiner Meinung nach ,sehr empfehlenswert
http://www1.wdr.de/radio/podcasts/1live ... layer.html

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Als Spieler war er fantastisch, aber gäbe es ihn nur als Trainer, würde ich sagen, dass ich keinen größeren Tölpel gesehen habe. Alle bei Rapid - von der Putzfrau angefangen - atmen auf, dass er verschwunden ist.Rapid Wien über Lothar Mathäus


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 Betreff des Beitrags: Einlasskontrollen in Burghausen
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Ist zwar ein Doppelposting, ich denke aber gerechtfertigterweise, das der Threat Burghausen-Jahn bald veraltet ist, der von mir dargestellte Sachverhalt aber aktuell bleibt:

Anlass waren die Einlasskontrollen der Ordner gegenüber uns Gästefans am 25.03.13


Hier mein Schreiben an den Fanbeauftragten des SSV Jahn.
Ebenso sendete ich an den DFB einen Brief mit gleichem Sachverhalt, selbstverständlich in den Formulierungen modifiziert.
Bin gespannt ob und wenn ja- welche-Reaktionen erfolgen.

Hier mein Schreiben an Jani:

Lieber Janni,
ich wende mich an Dich als Fanbeauftragten.
Du hast ja in Burghausen sicher erlebt, wie die Ordner die Einlasskontrollen handhabten.
Wir mussten unsere Geldbörsen öffnen. Die Börsen wurden durchwühlt, oft parallel zum üblichen Abtastprogramm.
Angesichts der Tatsache, dass die Ordner unsere Geldbörsen in allen Einzelheiten befingerten möchte ich anfragen:
- aufgrund welchen Anfangsverdachts geschah dies?
- Was ist hierzu die Rechtsgrundlage?
- Wurde die Verhältnismäßigkeit der Mittel berücksichtigt?
Ich bitte Dich, meine Anfrage in die entsprechenden Gremien des Vereins einzubringen, auch weil ich denke, dass der Verein ein Interesse haben müsste, dass nicht all seine Fans pauschal unter Generalverdacht genommen werden und wie Straftäter behandelt werden nur weil sie ihren Verein zu einem Auswärtsspiel nach Burghausen begleiten.

Vielen Dank und Grüße


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Die Antwort des DFB auf meine Fragen anlässlich der Einlasskontrollen in Burghausen.
Ist demDFB so was von s.....egal.

Die Antwort:

Sehr geehrter Herr......,

danke für ihre Mail. Aufgrund der Brisanz, die in dieser Begegnung lag, war der Sicherheits- und Ordnungsdienst gehalten, besonders genau nach verbotenen Gegenständen zu suchen. Da diese Gegenstände immer kleiner werden (mit der gleichen Wirkung), wurden in diesem Fall wahrscheinlich auch die Geldbörsen untersucht.


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IMMER wieder :

Rechts vor links

Bei Fortuna Düsseldorf wird eine linke Fangruppe aus dem Block verbannt – von den eigenen Ultras
Von Florian Osuch

Hätten sich die im folgenden geschilderten Ereignisse nicht in Westdeutschland, genauer in Düsseldorf, zugetragen, sondern in einem ostdeutschen Bundesland, wären sie vermutlich ein Thema für die überregionale Presse gewesen. Noch immer werden Neonazismus, Homophobie und Rassismus im Fußball vor allem mit Clubs aus dem Osten in Verbindung gebracht. Tatsächlich gibt es in Stadien zwischen Ostsee und Erzgebirge ein Problem mit Rechten, doch eben auch zwischen Nordsee und Alpen – nur, daß dortige Vorkommnisse seltener Beachtung finden. Zuletzt häuften sich jedoch entsprechende Meldungen, unter anderem aus Dortmund und Duisburg. In Aachen und Braunschweig kapitulierten antifaschistische Fans vor rechten Gruppierungen.

Jetzt sorgt ausgerechnet Fortuna Düsseldorf für Schlagzeilen, ein Club, der laut dem Fußballmagazin 11Freunde zeitweise als »zweites St. Pauli« gehandelt wurde. Viele Jahre waren dort rechte Vorfälle im Vergleich zu anderen großen Clubs sehr selten. Doch schon seit langem schwelt ein Konflikt innerhalb der Fanszene.

Bei der Auswärtspartie am 22. März gegen den FSV Frankfurt eskalierte nun der Konflikt zwischen linken Fans und Hooligans. Angehörige der rechtsoffenen »Bush­whackers« hatten einen Banner der faschistischen Fangruppe »Frente Atletico« vom spanischer Erstligisten Atletico Madrid aufgehängt. Beide Fangruppen sind befreundet. Antifaschistische Fans, die sich unter anderem »Dissidenti Ultra« nennen, fühlten sich von der Flagge gestört. Über Mitglieder des Dachverbands Ultras Düsseldorf suchten sie eine Lösung. Doch aus einer verbalen Auseinandersetzung entwickelte sich eine handfeste Schlägerei, bis die Polizei für Ruhe im Gästeblock sorgte.

Der Verein reagierte konsequent. In einer Stellungnahme hieß es, daß »der erste Akt körperlicher Gewalt klar einem Einzelmitglied der Gruppe ›Bushwhackers‹ zuzuordnen« sei. Gegen zwei Hooligans habe der Verein bereits Hausverbot und in Absprache mit dem FSV Frankfurt ein bundesweites Stadionverbot erlassen. Gleichwohl werde dies auf alle Personen angewendet, denen »bei der Auseinandersetzung in Frankfurt aktive Gewalt« nachgewiesen werden könne.

Nach den Ereignissen in der Mainmetropole wurde dem Verein Video- und Bildmaterial mit Belegen für die faschistische Ausrichtung der »Frente Atletico« vorgelegt. Der Verein erklärte, er könne Banner dieser Gruppierung »im eigenen Fanclub nicht tolerieren«. Das ist nur verständlich, denn bei der »Frente Atletico« handelt es sich nicht etwa um eine Gruppe, die ein paar rechtsorientierte Fans duldet. Vielmehr sind faschistische Symbole, Gesänge und historische Bezüge zum Franco-Regime zentrale Elemente ihrer »Fankultur«. Vor Beginn einer Partie erhebt schon mal die ganze Fankurve den rechten Arm zum Hitlergruß und singt das Lied »Cara al Sol«, die Hymne der faschistischen Falange-Bewegung. Es gibt Banner zur Glorifizierung der »Blauen Division«, jener spanischen Freiwilligentruppe, die auf seiten der Wehrmacht gegen die Sowjetunion kämpfte.

Die Auseinandersetzung in Frankfurt kann als Zäsur innerhalb der Düsseldorfer Fanszene bezeichnet werden, denn obwohl der Dachverband Ultras Düsseldorf (UD) sich klar gegen das Banner der »Frente Atletico« ausspricht, hat sie kurzerhand die linke Gruppe »Ultra Dissidenti« aus dem Fanblock geworfen. Bei UD sei man sich einig, daß es innerhalb der Kurve »keine gemeinsame Zukunft mit der Gruppe ›Dissidenti‹ geben« könne. Zähneknirschend akzeptiert »Dissidenti Ultra« den Rauswurf, betont jedoch: »Wir gehen nicht aus freien Stücken aus dem Block, sondern verlassen ihn, weil wir keine andere Möglichkeit mehr haben.« Mit der Verbannung verliert die Gruppe obendrein die »Freiheiten innerhalb der Stadionordnung für die selbstverwaltete Kurve«, wie der Verein umgehend erklärte.

Es war nur eine Frage der Zeit, wann es in Düsseldorf zu einem Konflikt kommen würde. Bereits im Januar 2013 hatte 11Freunde von einem »Comeback der Gewalt« geschrieben und vor einer »Rückkehr der Hooligans« im Fortuna-Stadion gewarnt.

Die Fanszene hat sich zuletzt mehr und mehr entpolitisiert, auch weil das Milieu mit wachsendem Erfolg der Mannschaft unübersichtlicher wurde. Gleichzeitig kehrten auch Hooligans ins Stadion zurück. 11Freunde hatte bereits vor einem Jahr einen »Rechtsruck im heterogenen Düsseldorfer Hooliganmilieu« beobachtet.


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